Ihre Berichte
Zöliakie - ein Fall aus der ambulanten Ernährungsberatung

Nathalie Beeser
Diätassistentin, Blumenschein-Diät- und Ernährungstherapie, Backnang, DEUTSCHLAND (beeser@ernaehrungstherapie-blumenschein.de)
Eine 45-jährige Frau wurde von ihrem Hausarzt mit der Diagnose Fructosemalabsorption zu mir überwiesen. Trotz intensiver Eigenrecherche zu diesem Krankheitsbild war es ihr bisher alleine nicht gelungen, die Symptome in den Griff zu bekommen. Sie litt nun schon seit Monaten an massiven Blähungen und Durchfällen. Da sie stark auf eine ausgewogene Ernährung achtete, war es ihr ein dringendes Anliegen, ernährungstherapeutisch begleitet zu werden.
In einem ersten Beratungsgespräch klärten wir die Diagnose der Fructosemalabsorption. Mit Hilfe einer Ernährungsanamnese versuchten wir gemeinsam mögliche Fructose- bzw. Sorbitquellen ausfindig zu machen. Wir erörterten, was die Krankheit Fructosemalabsorption bedeutet und welche Modifikationen sich daraus in ihrem Ess- und Trinkverhalten ergeben.
Im zweiten Ernährungsgespräch berichtete die Patientin von einer gleichbleibenden Symptomatik, trotz weitestgehender Meidung von Fructose bzw. Sorbit. Also werteten wir gemeinsam das geführte Ernährungsprotokoll aus. Hier zeigte sich, dass die Symptomatik auch an Tagen ganz ohne nennenswerte Fructosemengen auftrat. Weiter ließ sich ablesen, dass häufig Beschwerden auftraten, wenn Getreideprodukte und Teigwaren verzehrt wurden. Daraufhin empfahl ich eine Untersuchung in Hinblick auf Zöliakie.
Nach einer Blutuntersuchung wurde eine Zöliakie diagnostiziert, die sich bei einer Darmspiegelung mit Biopsie aber nicht bestätigte. Dennoch vereinbarten wir einen erneuten Termin, da Durchfälle und Blähungen die Patientin weiterhin massiv beeinträchtigten. Nun wollten wir das Krankheitsbild der Zöliakie klären und die damit verbundenen Ernährungsmodifikationen aufzeigen. Gemeinsam sichteten wir das bestehende Warensortiment.
In der folgenden vierten Beratung teilte mir die Patientin erleichtert und froh einen deutlichen Rückgang ihrer Beschwerden mit. Sie kam gut mit glutenfreien Lebensmitteln zurecht und sah hier keinerlei Einschränkung in ihren Essgewohnheiten.
Obwohl eine eindeutige Diagnose für das Krankheitsbild Zöliakie nicht gestellt werden konnte, verbesserte sich die Symptomatik der Patientin durch die glutenfreie Ernährung deutlich. Sie aß nach eigener Meinung seither entspannter und mit dem Gefühl, ihrem Körper etwas Gutes zu tun.











